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BS52

Wohnhaus am Wald

Der Bauort des Wohnhauses für eine junge vierköpfige Familie am Rande eines Dorfes im Bergischen Land ist Spannungsraum zwischen Fernsicht in die Kölner Bucht und dem unmittelbaren Kontakt zum Naturraum der angrenzenden Waldlandschaft. Die Form-, Material- und Farbgebung des Hauses nehmen Bezug auf die Typologie der für die Region charakteristischen Scheunen des landwirtschaftlich geprägten Umfelds. Die Positionierung des Baukörpers thematisiert die vorhandene Topografie und berücksichtigt den zu erhaltenden Baumbestand auf dem Grundstück. Der in Teilen raumhaltige Sichtbetonsockel hebt den allseitig überkragenden aufgesetzten Holzbau ab und tritt mit dem abfallenden Gelände in Südrichtung zunehmend in Erscheinung. Auf Grund der beengten Anbindung des Grundstücks über einen schmalen Wirtschaftsweg war die Vorfertigung des Holzbaus für eine einfache, schnelle und landschaftsschonende Errichtung vor Ort entscheidend.

Das Raumkonzept sieht vor die offene Folge aus erdgeschossigem Eingangs-, Ess- und Wohnbereiche über Lufträume mit den Individualräumen im Dachgeschoss in Beziehung zu setzen. Blickachsen und natürliche Belichtung erzeugen Großzügigkeit bei kompakter Organisation, wie zum Beispiel durch Ausnutzung der niedrigen Bereiche in Traufnähe für Einbauschränke. Eine Verbindung zwischen Innen- und Außenraum wird durch die durchgängige Untersicht der Geschossdecke aus Lärchenholz geschaffen. Naturbelassene Holzfarbtöne charakterisieren die Öffnungen und Einschnitte im Volumen. Die dunkel lasierte vertikalen Schalung der Außenwandflächen wird von der Stehfalzeindeckung des Dachs aus Aluminium aufgenommen.

Zur ressourcenschonenden Umsetzung des Projekts wurden, neben der Wahl von Holzbaustoffen, integrative Lösungen zur Reduzierung des bautechnischen Herstellungsaufwands verfolgt. Eine Nutzung der Hohlräume der Brettsperrholzrippendecke zur Installationsführung und Wärmedämmung erlaubt bei Sichtausführung der Deckenelemente als „hölzerner Rohbau“ den Verzicht auf weitere Bekleidungen oder Anstriche und nutzt die raumklimaregulierenden Eigenschaften des Holzes. In der Nutzung minimiert der hohe wärmeschutztechnische Standard des Holzrahmenbaus Transmissionswärmeverluste über die Gebäudehülle und führt zusammen mit optimierter Ausrichtung der Glasflächen zu einem niedrigen Energiebedarf. Im zur Minimierung der Erdbauarbeiten zurückspringenden Gründungsbauwerk bleibt der Abstellraum unbeheizt.

 

Auftraggeber:
privat

Fertigstellung:
2018

Auszeichnungen:
KfW-Effizienzhaus 55

Leistungsphasen:
1 bis 8 gem. HOAI

Team:
Kai Grosche
Conrad Isensee